„Brauchen wir WordPress?“ — die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch. Dahinter steckt meist etwas anderes: Wer pflegt die Seite später? Und wie oft ändert sich überhaupt etwas?
Viele Handwerksbetriebe brauchen keine komplizierte Technik. Sie brauchen eine Website, die schnell lädt, auf dem Handy funktioniert und Vertrauen schafft — und einen klaren Plan, wer Texte und Bilder aktualisiert, wenn sich etwas ändert.
In diesem Artikel vergleiche ich statische Websites und CMS-Lösungen (z. B. WordPress oder Joomla) — ohne Marketing-Sprech, mit Blick auf den Alltag auf der Baustelle und im Büro.
Was Handwerker wirklich brauchen
Die meisten Betriebe aktualisieren ihre Website nicht wöchentlich. Typisch sind diese Anlässe:
- neue Leistung oder neues Gewerk
- Saisonaktion oder geänderte Öffnungszeiten
- neues Referenzprojekt oder Teamfoto
- neue Telefonnummer oder Ansprechpartner
Dazwischen soll die Seite einfach laufen: erreichbar sein, gut aussehen, Anfragen bringen. Wer das versteht, trifft die Technik-Entscheidung leichter.
Statische Website — wann sie passt
Bei einer statischen Website liegen die Seiten als fertige HTML-Dateien auf dem Server. Es gibt kein Login-Backend wie bei WordPress — Änderungen macht jemand mit Zugang zum Projekt (oft der Webdienstleister, manchmal du mit etwas Einarbeitung).
Vorteile für Handwerker:
- Schnell — wenig Technik im Hintergrund, gute Ladezeiten (wichtig für Google und Smartphone)
- Sicher — kein CMS, das ständig Updates und Plugins braucht
- Überschaubar — klar, wer Änderungen einspielt
- Stabil — weniger „kaputt nach Update“
Nachteile:
- Du kannst nicht spontan aus dem Büro einen neuen Blog-Artikel klicken — es sei denn, du hast dafür einen Prozess (Formular, E-Mail an mich, kurzer Abstimmungsweg)
- Größere Umbauten laufen über den Dienstleister — das ist aber oft schneller und sauberer als selbst im HTML experimentieren
Passt besonders, wenn: du selten änderst, Wert auf Geschwindigkeit und Sicherheit legst und jemanden hast, der dir den Rücken freihält.
Dein Handwerk Online arbeitet für viele Handwerker-Websites genau so: statische, wartungsarme Seiten — mit Betreuung, wenn du sie brauchst.
CMS (WordPress, Joomla & Co.) — wann es Sinn macht
Ein CMS (Content-Management-System) erlaubt dir, Inhalte selbst im Browser zu bearbeiten: Texte, Bilder, manchmal neue Unterseiten.
Vorteile:
- Selbst pflegen — du änderst Texte ohne Programmierkenntnisse
- Blog & News — regelmäßig neue Beiträge möglich
- Mehrere Redakteure — z. B. Büro + Meister
Nachteile (realistisch):
- Updates — CMS, Themes und Plugins müssen regelmäßig gepflegt werden, sonst gibt es Sicherheitslücken
- Zeit — wer pflegt, wenn du auf der Baustelle bist?
- Komplexität — Layout bricht leichter, wenn man „nur schnell“ etwas ändert
- Performance — ohne Optimierung oft langsamer als eine schlanke statische Seite
Passt besonders, wenn: du regelmäßig selbst Inhalte bringst, einen Blog wirklich nutzen willst oder mehrere Personen schreiben.
5 Fragen — statisch oder CMS?
Beantworte ehrlich:
- Wie oft ändert sich etwas? (selten / monatlich / wöchentlich)
- Wer macht die Änderungen? (du / Bürokraft / Webdienstleister)
- Hast du Zeit für CMS-Pflege? (Updates, Backups, Sicherheit)
- Brauchst du einen Blog oder Shop? (ja / nein / später vielleicht)
- Selbst pflegen oder sorgenfrei?
Faustregel auf einen Blick:
- Selten ändern, wenig Zeit? Dann passt meist eine statische Website — mit Betreuung, wenn du sie brauchst.
- Oft selbst posten, Blog wichtig? Dann lohnt sich eher ein CMS — aber nur mit klarem Pflegeplan.
- Noch unsicher? Starte statisch. Erweitern oder umstellen geht später immer noch.
Es gibt kein „besser“ — nur passend für deinen Betrieb.
6. Welche Funktionen brauchst du?
Technik-Fragen löst man leichter, wenn klar ist, was die Website im Alltag leisten soll. Viele Wunschlisten enthalten Dinge, die nice-to-have sind — und andere, ohne die Kunden gar nicht anfragen.
Pflicht für fast jeden Handwerksbetrieb
Diese Bausteine brauchst du in der Regel — statisch oder CMS, egal:
- Telefon und WhatsApp — auf dem Handy sofort tippbar, oben sichtbar. Viele Anfragen kommen noch immer per Anruf oder Kurznachricht.
- Kontaktformular — für Kunden, die lieber schreiben (abends, in der Pause). Muss zuverlässig ankommen und DSGVO-konform sein.
- Leistungsseiten — pro Hauptgewerk oder Schwerpunkt eine verständliche Seite: Was machst du, für wen, wie läuft die Anfrage ab?
- Referenzen oder Galerie — echte Projektfotos mit kurzer Einordnung schaffen Vertrauen schneller als Fließtext allein.
- Google Maps / Anfahrtsbeschreibung — Kunden und Subunternehmer finden dich; lokale Suche profitiert mit.
All das lässt sich hervorragend statisch umsetzen. Änderungen kommen selten genug, dass du sie per E-Mail oder kurzer Abstimmung einspielen lassen kannst.
Häufig sinnvoll — Pflege entscheidet
- Blog oder News — gut für Fachwissen und Google, aber nur wenn regelmäßig neuer Inhalt kommt. Ein Artikel pro Jahr reicht selten. Wer selten schreibt: statische Seite + gelegentliche Beiträge über den Dienstleister. Wer monatlich posten will: CMS lohnt sich eher.
- Terminbuchung — oft reicht ein externes Tool (Kalender-Link, Buchungssoftware), eingebunden auf einer statischen Seite. Ein voll integriertes System brauchst du selten am Anfang.
Nice-to-have — erst wenn der Betrieb es wirklich nutzt
- Online-Shop — für Handwerker meist zweite Priorität. Wer Ersatzteile oder Merchandise verkauft, braucht oft CMS/Shop-System mit Warenkorb, Zahlung und Pflege. Wer nur Leistungen anbietet: Shop weglassen, statt leerer Kategorie.
- Mitgliederbereich, Rechner, Konfiguratoren — Speziallösungen; Technik und Pflegeaufwand steigen. Erst prüfen, ob Kunden das wirklich nutzen.
Kurz gesagt: Kontakt, Leistungen, Referenzen und Karte sind der Kern — statisch reicht. Alles, was du häufig selbst aktualisierst (Blog, viele Produkte, viele Termin-Regeln), spricht eher für ein CMS — vorausgesetzt, du hast Zeit dafür.
7. Was du bei der Anfrage mitgeben solltest
Egal welche Richtung: Je klarer deine Infos, desto passender das Angebot.
- Link zur bestehenden Website (falls vorhanden)
- Gewerk und Hauptleistungen
- Wer pflegt künftig Texte und Bilder?
- Wunsch: neue Seite, Relaunch oder nur Pflege?
- Brauchst du Druck (Visitenkarten, Logo) gleich mit?
- Welche Funktionen aus Abschnitt 6 sind dir wichtig — und welche kannst du weglassen?
Stichwort „Jahresend-Aktion“ im Kontaktformular, wenn du bis 15. Dezember 2026 von 10 % Rabatt auf Webseiten profitieren willst — nur für Webprojekte, nicht für Druck oder Branding.
8. Fazit
Statisch heißt nicht „altmodisch“. CMS heißt nicht „modern per se“. Entscheidend ist: Passt die Lösung zu deinem Alltag — und hast du einen Plan für Pflege und Updates?
Wenn du unsicher bist, reicht ein kurzes Gespräch. Dann schauen wir gemeinsam, was für deinen Betrieb sinnvoll ist — ohne dir ein System aufzuschwatzen, das du später nicht pflegen kannst.